5 Kriterien, nach denen SHK-Betriebe ihre Software wählen sollten

Die passende Software führt einen SHK-Betrieb vom ersten Angebot bis zur Förderantrag durch einen einzigen Prozess. Erst 17 Prozent der Handwerksbetriebe organisieren ihre Abläufe mit smarter Software. Diese fünf Kriterien zeigen, worauf es bei der Planung und Installation von Wärmepumpen und Photovoltaik ankommt.
Welche SHK-Funktionen muss die Software mitbringen?
Die Software muss die Berechnungen und Nachweise liefern, die Wärmepumpen- und PV-Projekte verlangen. Vier Bereiche gehören dazu:
Die KfW erlaubt Fachunternehmen, BzA und BnD selbst zu erstellen. Zudem müssen Kunden Berechnungsunterlagen, Pläne und Messprotokolle zehn Jahre aufbewahren und der KfW auf Verlangen vorlegen (KfW, 2026). Dafür muss der Betrieb diese Nachweise sauber übergeben können. Fragen Sie im Demo-Termin deshalb gezielt, ob Heizlast, Abgleich und Förderunterlagen aus denselben Projektdaten entstehen. Warum Tabellenkalkulationen hier an Grenzen stoßen, zeigt der Beitrag Warum klassische Heizlastberechnungen auf Excel-Basis riskant sind. Wer beide Gewerke anbietet, braucht zusätzlich eine gemeinsame Planung: Eigenverbrauch und Lastprofil von Wärmepumpe und PV-Anlage hängen zusammen. Warum das in der Praxis schwerfällt, erklärt der Beitrag Kombinierte Wärmepumpe und PV. Für Klimaanlagen führt der Beitrag Kühllastberechnung Software: Das muss sie können die Kriterien auf.
Deckt die Software den gesamten Auftragsprozess ab?
Die ideale Software sollte den gesamten Auftragsprozess ab und zwar ohne Medienbrüche: Jede Information soll nur einmal erfasst werden und danach in Planung, Angebot, Baustelle, Rechnung und Förderantrag wieder erscheinen. Jede Insellösung schafft eine Übergabe, wo Tippfehler und Rückfragen entstehen können. Fünf Übergaben entscheiden im SHK-Alltag über Aufwand und Fehlerquote:
- Aufmaß zur Heizlast: Raumhöhen, Wandflächen und Fenster fließen direkt in die Berechnung, nicht in eine zweite Excel-Datei.
- Heizlast zum Angebot: Geräteauswahl und Angebotspositionen ziehen ihre Werte aus der Berechnung, damit Auslegung und Angebot nicht auseinanderlaufen.
- Angebot zu Auftrag und Bestellung: Positionen wandern ohne Neuerfassung in Auftrag und Materialbestellung.
- Baustelle zur Rechnung: Zeiten, Material und Fotos fließen aus dem Projekt in die Abrechnung.
- Projekt zum Förderantrag: Adresse, Gerätedaten und Nachweise erscheinen im Antrag, ohne dass jemand sie erneut tippt.
Ein einfacher Test macht das messbar: Zählen Sie bei einem abgeschlossenen Projekt, wie oft Sie dieselbe Adresse, Heizlast oder Materialposition eingetippt haben. Eine gute Lösung senkt diese Zahl auf eins. Welche Schritte sich sinnvoll automatisieren lassen, beschreibt der Beitrag Auftragsabwicklung digital.
Wie gut funktioniert die Software auf der Baustelle?
Sie muss ohne lange Einarbeitung funktionieren, am Tablet im Heizungskeller genauso wie am Schreibtisch. Praxistauglichkeit entscheidet über die Akzeptanz im Team: 57 Prozent der Handwerksbetriebe nennen mangelnde Praxisreife digitaler Technologien als Hindernis (Bitkom Research, 2025). Lassen Sie deshalb in der Demo einen Monteur ein Aufmaß, Fotos und einen Stundenzettel bei ausgeschaltetem WLAN erfassen. Achten Sie dabei auf fünf Punkte:
- Offline-Modus: Eingaben bleiben erhalten und gleichen sich automatisch ab, sobald wieder Netz besteht.
- Bedienung: Neue Mitarbeitende finden die wichtigsten Funktionen nach kurzer Einweisung ohne Handbuch.
- Rollen: Monteur, Büro und Bauleitung sehen nur, was sie für ihre Aufgabe brauchen.
- Dokumentation: Fotos, Messwerte und Unterschriften landen direkt im richtigen Projekt statt auf dem privaten Handy.
- Geräte: Die App läuft auf den Smartphones und Tablets, die Ihre Monteure bereits nutzen.
Welche Schnittstellen und Pflichten muss die Software abdecken?
Sie muss E-Rechnungen verarbeiten, Belege revisionssicher aufbewahren und Daten an Steuerberater und Großhandel übergeben. Für die E-Rechnung im B2B-Geschäft gilt dieser Zeitplan (IHK Regensburg, 2026):
Rechnungen an Privatkunden bleiben ausgenommen. Wer jedoch für Bauträger, Generalunternehmer oder Stadtwerke arbeitet, braucht ein Format nach EN 16931, etwa ZUGFeRD oder XRechnung. Eine PDF-Datei allein zählt nicht als E-Rechnung. Der Betrieb muss E-Rechnungen zudem zehn Jahre im ursprünglichen, strukturierten Datenformat aufbewahren und dabei die GoBD einhalten (IHK Regensburg, 2026). Prüfen Sie Empfang und Versand getrennt: Die Software muss E-Rechnungen sowohl einlesen als auch erzeugen. Vier Schnittstellen entscheiden im Büroalltag:
- DATEV oder vergleichbarer Steuerberater-Export: Rechnungen und Belege gehen ohne E-Mail-Umweg an die Buchhaltung.
- IDS-Connect: Preise, Verfügbarkeiten und Warenkörbe kommen direkt aus den Onlineshops der Großhändler in Angebot und Bestellung.
- Förderportale und Netzbetreiber: Gerätedaten und Nachweise lassen sich übergeben, statt sie im Portal erneut einzutippen.
- Offene API: Sie verbindet Zeiterfassung, Dokumentenablage oder CRM, wenn keine fertige Anbindung existiert.
Welche Anbindungen Sie vor Vertragsabschluss prüfen sollten, zeigt der Beitrag Auf welche Schnittstellen muss ein SHK-Betrieb bei der Softwareauswahl achten?
Was kostet die Software wirklich – und was die Einführung?
Die Lizenz ist nur ein Teil der Rechnung: Hinzu kommen Einrichtung, Datenübernahme, Schulung und die Arbeitszeit Ihres Teams. Das Thema bremst viele Betriebe aus: 69 Prozent nennen hohe Investitionskosten als Hindernis der Digitalisierung (Bitkom Research, 2025). Lassen Sie sich deshalb fünf Punkte schriftlich beantworten:
- Grundpreis: Enthält er Schnittstellen, Updates und Support, oder kosten sie extra?
- Einrichtung: Wer übernimmt Kunden-, Artikel- und Projektdaten aus Ihrem bisherigen System, und was kostet das?
- Support: Wer antwortet bei Fragen, und wie schnell? Testen Sie das in der Testphase mit einer echten Frage.
- Einführung: Wer schult Ihr Team, bis wann läuft der Betrieb produktiv, und welche Aufgaben bleiben bei Ihnen?
- Vertrag: Wie lang ist die Bindung, und lassen sich Ihre Daten beim Ausstieg exportieren?
Daraus ergibt sich die Rechnung: Jahreskosten = Lizenz je Nutzer und Jahr × Anzahl Nutzer + Zusatzmodule + (Einrichtung, Datenübernahme und Schulung ÷ Laufzeit in Jahren). Dem stehen die eingesparten Arbeitsstunden pro Vorgang gegenüber. Prüfen Sie außerdem, wie der Preis mit Ihrem Betrieb wächst: Bei einem Preis pro Nutzer verdoppelt sich die Lizenz, wenn das Team von fünf auf zehn Personen wächst. Preisspannen, versteckte Kosten und eine ROI-Formel liefert der Beitrag Was kostet digitale Bürosoftware wirklich?
Fazit: Die beste SHK-Software trägt Ihre Projekte vom Aufmaß bis zur Förderung
Fachfunktionen, durchgängiger Datenfluss, Praxistauglichkeit, Rechtssicherheit und ehrliche Gesamtkosten trennen passende von unpassender Software. Prüfen Sie jeden Anbieter mit einem echten Projekt aus Ihrem Alltag, von der Heizlast bis zur Rechnung, und beziehen Sie Büro, Monteure und Steuerberater in die Entscheidung ein.
autarc: Die All-in-one-Lösung für SHK- und Elektrobetriebe
autarc bündelt Heizlast, hydraulischen Abgleich, PV-Planung, FörderHilfe und Baudokumentation in einer Plattform. Die Field App mit Offlinefähigkeit sichert den Datenfluss auf der Baustelle. Offene Schnittstellen verbinden bestehende Systeme. Buchen Sie eine kostenlose Demo und ein autarc Mitarbeiter zeigt Ihnen die Plattform live.
Referenzen
- E-Rechnung (B2B) seit 2025 – IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Zugriff am 21.09.2026, https://www.ihk.de/regensburg/fachthemen/recht/steuerrecht/bmf-plant-verpflichtende-erechnung-und-meldesystem-7095614
- Handwerk: Azubis machen Betriebe fit für die Digitalisierung – Bitkom Research, Zugriff am 21.09.2026, https://bitkom-research.de/news/handwerk-azubis-machen-betriebe-fit-fuer-die-digitalisierung
- Merkblatt Zuschuss Nr. 458: BEG Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (Stand 07/2026) – KfW Bankengruppe, Zugriff am 21.09.2026, https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf
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